Marokko - Stationen einer Reise
Die folgende Reiseroute und -gestaltung hat sich wiederholt bewährt für eine Gruppe von 10 bis 14 Personen, aber auch für 2 Personen:


Fès


Merzouga



Kasbah


Marrakech


Essaouira


Marokkoreise 2005
 

                         

1. Tag Samstag 19.03.05

    (Ü=Übernachtung)

Flugreise mit AF 2511 um 7:10h ab HAM nach Paris/CDG und AF 2196 um 9:35h ab CDG nach Casablanca/CMN an 11:40h, dann mit Kleinbussen/Taxi nach Casablanca Voyageur, Weiterfahrt mit dem Zug 14:15h nach Fès an 18:35h, Hotel Batha ÜÜÜÜ

2. Tag Sonntag 20.03.

Besichtigung der Medina mit kompetenter Führung in zwei Gruppen.

3. Tag Montag, 21.03.

Keramikfabrik besichtigen, Medina

4. Tag Dienstag, 22.03.

Fès mit Möglichkeit eines Tages-Ausfluges nach Meknes, Moulay-Idris und Volubilis mit einem Kleinbus

5. Tag Mittwoch, 23.03.

Fahrt 8:00h ab Fès  gen Süden in zwei Kleinbussen und später mit Landrover (ca.10 Stunden), nach Merzouga Auberge les Dunes d´Or ÜÜ (Halbpension*!)

6. Tag Donnerstag, 24.03.

Merzouga, Gelegenheit zu einer Landrover-Rundfahrt oder Kamelausritt

7. Tag Freitag, 25.03.

Kleinbus-Fahrt von Merzouga in die Dadès-Schlucht, Übernachtung (Halbpension*!) Wanderung nach Belieben Ü

8. Tag Samstag, 26.03.

Kleinbus-Fahrt zurück auf die Straße der Kasbahs weiter nach Skoura, dort in der Kasbah Ait Ben Moro Übernachtung (Halbpension*!)  Ü

9. Tag Sonntag, 27.03.
(Ostern)

Kleinbus-Fahrt über die Filmstadt Ouarzazate zur alten Kasbah Ait Benhaddou und dann über den Hohen Atlas nach Marrakech in das Hotel Sherazade ÜÜÜ

10. Tag Montag, 28.03.

Marrakech, vormittags gemeinsame Besichtigung  des Jardin Majorelle

11. Tag Dienstag, 29.03.

Marrakech, Besichtigungen nach Belieben

12. Tag Mittwoch, 30.03.

10:30h Fahrt mit Linien-Bus von Supratours nach Essaouira (ca.2,5h)
ÜÜÜ im Hotel Maison du Sud

13. Tag Donnerstag, 31.03.

Essaouira genießen

14. Tag Freitag, 01.04.

Essaouira genießen

15. Tag Sonnabend, 02.04.

Um 6:00h (?) früh fahren wir mit dem Bus nach Marrakech und dann mit dem Zug nach Casablanca  Ü im Hotel de Paris

16. Tag Sonntag, 03.04.

morgens 5:15h ab Hotel, Rückflug ab Casablanca 6:55h mit AF1697 nach CDG (an 12:00h) und 15:25h weiter mit AF2020 nach Hamburg an 17:00h.

 

 

Marokkoreise 2005                                                      

vom 19.03. bis 03.04.

Allgemeine Informationen

Unsere Reise: Ihr reist auf eigene Gefahr; eine Haftung irgend welcher Art kann ich nicht übernehmen.

Auf dieser Reise haben wir aus grundsätzlichen Erwägungen und auf Wunsch von Reiseteilnehmern keinen Bus für die gesamte Rundreise. Das macht die Reise mühsamer, aber auch interessanter und ich hoffe, dass wir so auch besseren Kontakt zur Bevölkerung haben. Wir benutzen verschiedene Busse, ggf. auch Überlandtaxis oder Linienbusse, Fahrzeuge mit Vierradantrieb, Züge und ggf. Kamele. Ob das dann alles so klappt, wie geplant – schau´n wir mal.

Reisepass: Ihr braucht einen mindestens 6 Monate gültigen Reisepass (und euer Flugticket).

Wetter: Ich gehe davon aus, dass das Wetter schön sein wird! Die Tages-Höchsttemperaturen lagen zur entsprechenden Reisezeit zwischen 15 und 31°. Ein paar Regentage sind nicht auszuschließen. Und in den verschiedenen Regionen ist das Klima auch unterschiedlich. Genaueres findet ihr unter www.wetteronline.de, wo ihr auch das Wetter in den vergangenen Jahren zu unserer Reisezeit abfragen könnt. Empfehlenswert sind eine leichte, Regen abweisende Jacke und ein Pulli.

Koffer: Nehmt möglichst wenig mit und das Wenige in einem Ziehkoffer; es ergeben sich immer kleine Wege zum Hotel, zum Bus, zum Taxi..., da kann man einen Koffer gut hinter sich her ziehen. Man kann auch fast alles Wichtige in Marokko kaufen. 

Geld: Ich versuche bereits auf dem Flugplatz Casablanca – auch für euch – viel Geld zu tauschen, damit wir nicht alle Schlange stehen müssen. 1zu10 lässt sich dann schnell im Zug tauschen.

1 Dirham (Dh) = 10 Cent, oder 1 EURO = 10 Dh (in der Bank ca. 10,7 Dh)

Am besten, Ihr nehmt euer Geld als Bargeld mit und passt gut darauf auf. Mit Traveller-Schecks habe ich in Marokko keine Erfahrung.

Wechseln könnt ihr im Hotel oder Wechselstuben oder in Banken (hier manchmal mit Reisepass!), Maestro-Karten eignen sich ggf. zum Bargeldziehen, Bargeld von EC-Karten ist in manchen Banken mit Pass zu haben oder aus dem Automaten. Bezahlen mit Kreditkarten könnt ihr in Hotels, aber manchmal "arbeitet die Maschine nicht", in vornehmen Restaurants oder bei größeren Einkäufen (z.B. Teppich). In Straßenrestaurants gilt nur Bares.

Ihr werdet  sicherlich immer mal wieder von Kindern gebeten ihnen Euro-Münzen zu tauschen, die sie von Touristen bekommen haben; dem steht nichts im Wege.

Taxifahrten: Minitaxi: Besteht darauf, dass das Taximeter eingeschaltet ist! Bezahlt ein bisschen mehr, denn die Fahrer sind hilfreich und Taxifahren ist für uns billig. Gepäck kostet nichts extra. Unterhaltet euch mit dem Fahrer in welcher Sprache auch immer - das macht Spaß! Das Taxifahren in Casablanca ist allerdings nicht immer erfreulich.

Ferntaxis (Mercedes/Peugeot) halten an besonderen Taxiständen, z.B. nach Volubilis ganz in der Nähe vom Hotel Batha (Fès). Die Hotels bieten guten Taxiservice auch mit Kleinbussen an. Handelt den Preis vorher genau aus!

In Gaststätten: Eine Karte mit einfachen Gerichten liegt meist vorne aus. Ihr bekommt aber am Tisch oft gleich die Menü-Karte vorgelegt - auf der Rückseite stehen dann die einfacheren Gerichte. Sonderwünsche werden gern erfüllt z.B. 1 Schale mit Olivenöl zum Einstippen von Brot, Kumin, Käse vom Gegenüber-Laden... Die Preise solltet ihr nach oben runden bzw. 10-20% Trinkgeld geben. Ihr könnt euch auch Gebäck von der Patisserie holen, euch in ein Straßencafé setzen, einen Café au Lait bestellen und alles dort verzehren.

Beim Handeln: In den kleinen Läden, wo es z.B. Brot, Wasser oder Gewürze gibt, sind die Preise fest und es wird korrekt herausgegeben (1 Brot je nach Größe ca. 1 bis 2 Dh).

Sonst gilt: Jeder ausgehandelte Preis ist richtig! Besonders in Marrakech werdet Ihr ständig angerufen: Hallo! My Friend! Ali Baba (falls bärtig)! Where you come from! Wie geht´s? Nurrr Gucken! Come in! Nurrr Tee trinken! - oder ähnlich. Eure Reaktion: Keine! - oder: Freundlich zulächeln, aber den Schritt nicht verlangsamen, nicht stehen bleiben! - Lasst euch nicht antatschen! Oder, wenn ehrliches Interesse besteht: Stehen bleiben, zunächst auf andere Gegenstände interessiert schauen, sich Zeit nehmen, überlegen: Was ist mir das wert?, einiges anfassen, mal eben fragen: What is your price for this? And for that? Bei größeren Ausgaben (z.B. Teppich) erst mal gemeinsam Tee trinken. Jede Eile erhöht den Preis! Irgend wann wird man selbst nach einem Preis gefragt; nun sollte man einen reellen Preis nennen (den Händler nicht beleidigen!). Dann wird weiter gehandelt und irgend wann einigt man sich ggf. mit Handschlag und - wie gesagt -  "Jeder ausgehandelte Preis ist schließlich richtig!" Nicht dann noch einmal anfangen! Wenn ihr Interesse gezeigt habt, solltet ihr etwas kaufen, denn bei Interesse einigt man sich immer! Das ist Handeln.

Auch Über-Land-Taxifahrten werden ausgehandelt; hier müssen alle Bedingungen genau festgelegt werden (z.B. Essen/Übernachtung des Fahrers, Essen kann man ihm dann trotzdem spendieren!).

Bettler: Bettler und Behinderte gehören zum Straßenbild und sind auf Geldgaben angewiesen. Gebt gern! Ich gebe allerdings Bettlerinnen mit kleinen Kindern nichts. Ich kaufe auch keine Tempo-Taschentücher von kleinen Jungen – meist wollen sie nur sehen, wo wir unser Geld haben...

Einkaufen/Mitbringsel: Herrliche Teppiche in allen Größen und Qualitäten kauft Ihr bei echtem Interesse am besten in Marrakech bei meinem Freund Mohamed El Youbi (eine Provision bekomme ich leider nicht). Babuschen und Stoffe bei seinem Sohn Adnan El Youbi. Gegenstände aus Thuya-Wurzel-Holz in Essaouira. Argan-Öl in Marrakech in einem besonderen Laden. Lampen beim Hersteller in Fès oder in Marrakech beim Händler. Drusen und schöne Steine auf der Fahrt über den Hohen Atlas. Gewürze (Kumin, Paprika, Koriander, Kardamom, Ingwer, Safran, Piment, Kurkuma u.v.a.), Datteln, Mandeln, Erdnüsse, Trockenpflaumen, Pfefferminze,... gibt es überall. Große Gegenstände (z.B. herrliche Vasen von der Keramikfabrik aus Fès) werden auf Wunsch nach Deutschland verfrachtet/verschifft. Es gibt auch Häuser in der Altstadt in Marrakech zu kaufen! Obst und Gemüse, Ziegenköpfe, Hühner, Eier, Zungen, Hirn, frisches Hack, eingelegte Früchte, Talg, Schnecken, Würmer, ... kauft ihr in Fès; zubereitet aber am besten in Marrakech auf dem Platz Djemaa el-Fna. Mineralwasser, Kekse, Brot, ... gibt es zu festen Preisen in den vielen kleinen Läden überall.

Telefon: Telefonvorwahl von Deutschland nach Marokko 00212 ...(Ortsnetz ohne Null), Billigvorwahl ins Ausland z.B. 01066 oder im Internet nachschauen! 

Wie weit Euer Handy dort reicht und funktioniert, weiß ich nicht.

Hotels: Unsere Hotels sind sehr unterschiedlich und in Marokko muss man gelegentlich Einiges in Kauf nehmen; Sherazade hat mir allerdings sehr gefallen trotz einer kleinen Überraschung ;-). Zwischen den Unterbringungen in Essaouira und Merzouga werdet ihr durchaus Unterschiede feststellen.  

Stecker: Die einfachen Euro-Stecker z.B. für Aufladegeräte passen in Marokko.

Erlebnisse:

Große Aufregung auf einem kleinen Platz in der Medina von Fès. Menschenauflauf. Laute Worte. Polizei ist plötzlich da. Grund: Ein Eseltreiber wollte nicht gleich die Eseläpfel entfernen.

 

Neben mir im Bus sitzt ein junger Marokkaner, isst seinen Marsriegel und singt leise die Musik aus dem Lautsprecher mit. Den Rest Marsriegel im Papier reicht er mir. Schmeckte gut. Ich hatte ihn nicht hungrig angestarrt, meine ich!

 

In Zugabteilen redet man miteinander, bittet weitere Fahrgäste herein, wenn noch Platz ist, und gibt Knabbersachen ab und nimmt entsprechende Angebote an, auch wenn man einmal abgelehnt hat. Eine junge Lehrerin verabschiedete sich von uns Mitreisenden im Abteil mit einem Schwall Orangenblüten-Duftwasser aus Fès in unsere Hände. Vielleicht mache ich das auch am 3.4. kurz vor Hamburg.

 

„Schuh putzen – 10 Dh“. Ich bekomme super blank geputzte Schuhe, aber – 20 Dh!! Denn „10Dh pro Schuh“! Ich bezahlte nur 10Dh und löste riesigen Protest beim Schuhputzer und Gelächter beim umstehenden Publikum aus und weg war ich!

 

INFOS zum Reiseablauf

Grundsätzlich kann ich solch eine Reise nicht so planen, wie sie dann auch wirklich verläuft. Nicht jeder Tag ist mit Programm gefüllt und ich wünsche mir auch Eigeninitiative, bei der ich gerne helfe. Insbesondere können eure Wünsche zum Programm vor Ort auch gern mit einfließen. Der folgende Ablauf ist meine Planung. Motto: Schau´n wir mal...

Samstag, 19.03. - Hinreise
Die Reise beginnt ab Hamburg Fuhlsbüttel. Wir sprechen uns am 19.2. ab, wie wir nach Hamburg kommen. Vielleicht nehmen wir einen Flugplatz-Zubringer aus Ratekau (ist nicht im Reisepreis enthalten). Wir treffen uns im Terminal 4 um .... Uhr am Schalter der Air France (?)  für den Flug, damit ich sehen kann, ob alle da sind.

Ihr habt euer Flugticket und euren Reisepass griffbereit. Dann checken wir als Gruppe ein und bekommen vielleicht auch schon Bordkarten für den Weiterflug Paris-Casablanca. Auch in Paris versuchen wir zum Umsteigen als Gruppe beisammen zu bleiben. Wir haben nur sehr wenig Zeit zum Umsteigen (Ankunft 8:45h Terminal 2D, Weiterflug 9:35h Terminal 2F, gut 3 Stunden Flugzeit. Vor der Landung in Casablanca stellen wir gemäß Ansage im Flugzeug ggf. unsere Uhren um und füllen eine Einreisekarte (Reisepass!) aus, die uns im Flugzeug gereicht wird. Nach der Landung (11:45h) bleiben wir auch möglichst beisammen, um die Einreiseformalitäten hinter uns zu bringen. 

Auf dem Flugplatz warten (hoffentlich) auf uns zwei Kleinbusse von Activ Travel (8-Sitzer); aber da wir für unser Gepäck ca. 4 Sitzplätze brauchen, werden wir noch ein Taxi dazu nehmen. Wir fahren dann zum Bahnhof „Casablanca Voyageur“ und weiter mit dem Zug nach Fès: Ab Casa Voyageur 14:15h (ggf. 16:15h) an Fès 18:35h (ggf. 20:35h) (<www.oncf.ma>). Ich hoffe, die in Lübeck gekauften Zugtickets haben auch dort Gültigkeit! Reservierte Plätze haben wir leider nicht bekommen können. Kleine Imbisse gibt es im Zug. Falls die Busse nicht kommen, fahren wir mit Taxis zum Bahnhof („Vojaschör“ mit weichem „sch“).

 

Fès – Begegnung mit dem Mittelalter

In Fès fahren wir vom Bahnhof  in roten Kleintaxis (bis zu 3 Plätze + Gepäck) zum Hotel Batha. Die Taxis warten gegenüber dem Bahnhofsvorplatzes in Sichtweite. Ignoriert Leute, die euch ansprechen oder den Koffer tragen wollen! Ihr bekommt von mir Kleingeld für die Taxis. Die Taxifahrer müssen das Taximeter einschalten! Sie verstehen „Otel Baata“ und fahren euch sicher dort hin. (Vielleicht erwartet uns jemand vom Hotel?)

Falls wir pünktlich ankommen und falls nach der langen Anreise und Zugfahrt noch Lust auf einen ersten Blick in die Medina (Fès el Bali) oder auf ein leichtes Abendessen besteht, gehen wir mit warmer Jacke um 20:30 Uhr aus dem Hotel nach links, am Museum und der Post vorbei und biegen beim Briefkasten der Post in den Weg in Richtung „Bab Bou Jeloud“, gehen am Internet Café und am Kino vorbei; wir biegen dann wieder nach links und erreichen viele kleine „Restaurants“. Der Weg vom Hotel dorthin ist etwa 5 Fußweg-Minuten lang. Auf das „Bab Bou Jeloud“ - gleich um die Ecke - werfen wir vielleicht später noch einen Blick.

Sonntag, 20.03.

Leichtes, französisches Frühstück ohne Teller; satt werden wir kaum.

Dann starten wir mit festem Schuhzeug um 9 Uhr zu einem Rundgang durch die Medina. In zwei Gruppen werden wir - hoffentlich mit deutschsprachiger Führung - zu den wichtigsten Punkten der Medina geführt, was etwa 3 Stunden dauert. In der Medina von Fès arbeiten ca. 30 000 Handwerker, aber wer weiß das schon genau. Einige der 300 Moscheen in der Altstadt werden wir von außen sehen bzw. wir werfen einen Blick hinein; betreten dürfen wir Andersgläubige sie nicht.

Wenn jemand verloren geht oder abbrechen möchte, folgender Hinweis: Fragt euch durch zum Tor „Bab Bou Jeloud“ (J wie weiches sch); dieses ist 5 Minuten vom Hotel Batha entfernt (s.o.). Das ist auch ein wichtiger Tipp für Unternehmungen auf eigene Faust, d.h. wohl meist in kleinen Gruppen. Im unteren Teil der Medina verläuft man sich sehr leicht.

Nach einem Mittagsschlaf könnt ihr selbst die Medina erwandern und euch z.B. zum Bab Guissa und schließlich zum Hotel Sofitel Palais Jamai durchfragen oder auf dem Weg ein/en Kind/Jugendlichen als privaten Führer nehmen (Preis (10 Dh?) vorher ausmachen! Später ggf. 20 Dh geben.); dort im Hotel kauft ihr eine der gepflegt ausgelegten Zigarren, bestellt z.B. eine Trinkschokolade mit gemischtem Kleingebäck und genießt dieses je nach Wetter hinten auf der Terrasse in Verbindung mit dem gewaltigen Blick auf die Medina; den schwarzen Rauch in der Ferne besehen wir uns morgen. Abends sucht ihr euch ein Straßenrestaurant um den Platz von gestern Abend; einige Restaurants liegen auch ein paar Treppenstufen über dem Platz. Ihr werdet von vielen Gästefängern animiert – lasst euch Zeit mit der Auswahl und schaut euch alles an. Das Essen dort ist meist einfach und billig. Man kann aber auch super und teuer essen in ehemaligen Palästen auch ganz in der Nähe des Hotels (z.B. direkt gegenüber eine Treppe abwärts, wenn ich mich recht erinnere). Interessant ist alles.

Falls ihr nach Meknes und/oder Volubilis (Di.) wollt, solltet ihr dieses auch bald kundtun bzw. regeln.

Montag, 21.03.

Wir (alle?) besichtigen die Keramik-Fabrik. Wir fahren mit Kleintaxis dort hin. Zurück müssen wir zu den Taxis ein Stück wandern. Für viele Touristen ist auch Fès Andalous (Teil der Altstadt) oder Fès Jedid (ehemalige Judensiedlung) mit ungewöhnlichen Holzvorbauten an den Häusern sehenswert. Fès Jedid ist vom Hotel leicht zu Fuß erreichbar.

Dienstag, 22.03.

Ich empfehle euch, einen Kleinbus ab 9:00 Uhr zu mieten (Buskosten: ca. 1200DH=120EURO) und einen Tagesausflug nach Meknes (60km), Mulay Idris und Volubilis zu unternehmen. Meknes ist eine weitere Königsstadt mit einer Medina. 33 km nördlich von Meknes besichtigt ihr in Volubilis die best-erhaltenen römischen Ruinen im Lande. Auf dem Weg nach Volubilis liegt in herrlicher Landschaft Mulay Idris, ein muslimischer Wallfahrtsort.

 

Mittwoch, 23.03. /Donnerstag, 24.03.

Merzouga – Begegnung mit der Sahara

Wir steigen um 8 Uhr vor dem Hotel in zwei Kleinbusse (14-Sitzer) und fahren gen Süden (ca. 10 Stunden, einschließlich Pausen!) schließlich nach Merzouga in die Auberge les Dunes d´Or (=Herberge bei den goldenen Dünen).

In der Nähe von Merzouga (vielleicht schon in Erfoud oder Rissani) steigen wir (mit Gepäck) in drei Vierrad-Fahrzeuge um und fahren dann von der Teerstraße ab und 6km (Luftlinie?) Piste. (So ähnlich geht es dann am Freitag (25.03.) zurück zu den Bussen.) 

Falls wir in Merzouga früh genug ankommen, schauen wir uns von einer Sanddüne den Sonnenuntergang an und klären wir vor Ort, ob ihr im Zelt oder im Zimmer schlafen möchtet oder ob ihr bereits die erste Nacht mit einem Kamel in die Düne ausreiten, dort dinieren und nächtigen wollt mit morgens Frühstück und zurückreiten (35€ p.P.). Aber wir bleiben ja noch eine zweite Nacht für diese Entscheidungen. Am Tage dazwischen könnt ihr ein Vierrad-Fahrzeug mieten (80€ für bis 6 Personen) und in der Gegend rumfahren (Strecke Paris-Dakar, Berberdorf, Oase, Fossilien besichtigen) oder mit einem Kamel für 1,5 Stunden in den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang in die Wüste ausreiten (15€ p.P.) oder nach Rissani fahren und die Bearbeitung der Fossilien anschauen oder zu Fuß auf die Dünen wandern möglichst stets in Sichtweite unseres Camps, den Scarabeus beobachten, relaxen und ein Buch lesen. Gemeinsames Abendessen (Reisekasse).

Freitag, 25.03. Straße der Kasbahs

Wir fahren nach dem Frühstück mit den Landrovers zu unseren Bussen und zur „Straße der Kasbahs“, dann in ein Seitental (Gorges des Dades), wo wir wieder übernachten im Hotel Atlas Berbère. Gemeinsames Abendessen.

Samstag, 26.03.

Weiterfahrt mit den Bussen auf der „Strasse der Kasbahs“ nach Skoura. Rast machen wir beim Tal der Rosen. Von Skoura aus könnt ihr mit unseren Bussen ein Stück weiter fahren nach Ouazarzate, wo ihr einen Blick auf (in?) die alten und neuen Filmstudios werfen könnt.

Gemeinsames Abendessen in Skoura. Übernachtung in dunklen Zimmern.

Sonntag, 27.03. (Ostern) Hoher Atlas/Marrakech

Früh (8:00h) brechen wir auf und fahren „die Straße der Kasbahs“ weiter in Richtung Agadir, biegen aber in Ouarzazate nach Norden ab und machen voraussichtlich einen Abstecher zur Kasbah Ait Benhaddou oder wir fahren direkt über den Hohen Atlas nach Marrakech. Wir wohnen nur Minuten vom berühmten Platz („la Plaaß“ versteht jeder, wenn ihr euch in der Medina verlauft) Djemaa el-Fna. Ich werde dort gegen 18:00h einen heißen Tee trinken und ein wenig Sesam-Speise probieren und dann dort zu Abend essen; wer will, kommt mit. Danach schaue ich zu bei den finsteren Gruppen mit Musik und Gauklerei. Ich werde meine Mundharmonika dabei haben, denn ich „träume“  davon, eine Gruppe zu finden, mit der ich Musik mache. Dieser Platz wird unsere Haupt-Attraktion in Marrakech sein.  

Montag, 28.03. - Marrakech

Vormittagsprogramm: Ich hole euch ab zur Besichtigung des Jardin Majorelle.

Dann könnt ihr die Verwandlung des Platzes beobachten. Wenn ihr am Nachmittag euch mit einem Drink auf die Terrasse des Touristen-Restaurants am Rande des Platzes setzt und die Zeit vergehen lasst, verwandelt sich ab etwa 16:00h der Platz in eine große Garküche!

Dienstag, 29.03.

Vormittags könnt ihr die Saadir Gräber, den Bahia Palast und vieles mehr besuchen und besichtigen oder einen Spaziergang durch die Medina machen. Nachmittags und abends solltet ihr wieder auf den Platz gehen, sofern wir nicht ein gemeinsames Abendessen haben werden.  

Mittwoch, 30.03./ Donnerstag, 31.03. /Freitag, 01.04. – Erholung am Atlantik

Um 10:30h fährt uns ein Linienbus nach Essaouira, wo wir uns am Atlantik noch ein wenig erholen werden. Baden ist nur bedingt möglich, aber der Ort ist schön, der Hafen, Fischversteigerung, die portugiesischen Anlagen, die Thuya-Erzeugnisse, Wanderung am Strand, Fisch essen ... – entspannen

 

Sonnabend, 02.04./Sonntag, 03.04. - Casablanca und Rückkehr

Ob wir schon um 6:00h ab Essaouira reisen, lassen wir noch offen. Vorteil wäre: Ein paar Stunden mehr in Casablanca; ob sich das lohnt? In Casablanca kommen wir entweder in Casa Voyageur an und lassen uns mit Taxis – nun habt ihr ja Erfahrung – zum Hotel de Paris bringen. Oder wir fahren bis Casa Port und können von dort gemütlich zu Fuß zum Hotel wandern. Wer dann noch Zeit und Lust hat, lässt sich mit einem Taxi zum Sonnenuntergang zur Moschee Hassan II („Mosk Hassan döö“) fahren. Abends könnten wir gemeinsam im „Restaurant Porte de Peche“ sehr gut Fisch essen ggf. aus der Reisekasse, falls sie noch nicht leer ist. Dann ins Bett, denn morgen heißt es (wieder?) früh aufstehen!

 

Wir fahren am Sonntag ohne Frühstück (!) dann um 5:15h mit Kleinbussen/Taxi zum Flughafen; Dauer ca. 30 Minuten. Dort müssen wir gleich eine grüne Ausreisekarte ausfüllen. Das Flugzeug startet dann um 6:55h nach Paris Terminal 2F, der Weiterflug geht dann reichlich später ab Terminal 2D nach Hamburg. Hamburg an 17:00 Uhr.  

 

Im März  2007 fährt wieder eine Gruppe  nach Marokko. Interessenten können sich bei Hartmut melden! Wenige Plätze sind noch frei.

Zur Einstimmung noch eine typisch marokkanische Geschichte:

http://www.zeit.de/2006/08/Arabisch-Rabat

©  DIE ZEIT 16.02.2006 Nr.8

Freunde auf den ersten Blick

Rabat, Marokko Von Steffen Kopetzky

Den Nachmittag vertrödele ich mit Spazierengehen, setze mich noch für eine Stunde an den Strand und beschließe dann, auf dem Rückweg Hassan zu besuchen, den surfenden Friseur, der seinen Laden, wie es sich für einen echten marokkanischen Rastafari gehört, mit Bob-Marley-Plakat und jamaikanischer Flagge geschmückt hat.
Die Medina von Rabat betritt man auf dieser, dem Meer zugewandten Seite durch ein äußerst schmales Tor in der ansonsten lückenlosen Stadtmauer. Ziemlich am Anfang der Gasse sitzt eine alte Frau mit einem ganz und gar pockenwarzigen Gesicht in einem Hauseingang; als meine Bekannten mich vor einer knappen Woche hier entlanggeführt haben, bin ich bei ihrem Anblick leicht erschrocken. Jetzt nehme ich ihre vollkommen ungerührte Gestalt gleich einer Wegweiserin erfreut zur Kenntnis. Der Weg führt mich bis zum Ende der Gasse, links, bis zu einem kleinen Lebensmittelladen, und dann wieder rechts, die Gasse hinunter. Tatsächlich gefunden.
Es ist kurz nach fünf, der Maestro sitzt müßig auf der Besucherbank und blättert in einem alten spanischen Hochglanzmagazin. Er erkennt mich sofort wieder, fragt, wie es geht, ich danke und erzähle von dem wunderbaren Essen bei Rachids Maman und dass ich morgen nach Tanger aufbrechen würde. Wir unterhalten uns über die Umstände meiner Reise, wo ich wohnen, wie lange ich bleiben werde.
Dann seift Hassan mich ein, es kitzelt auf angenehme Weise, es ist kühl, entspannend. Er will wissen, wer die beiden Typen waren, mit denen ich letzte Woche da gewesen sei. Ich weiß erst nicht, was er meint, und er präzisiert die Frage, na ja, der große Schlacks mit der Fotokamera und der andere mit dem Bart und dieser bekloppten Mütze.
Meinst du Achraf?, frage ich.
Keine Ahnung, wie der Typ heißt.
Ja, kennst du denn die beiden gar nicht?, will ich wissen, und er darauf nur: Nein, habe ich nie gesehen.
Komisch, sage ich, ich hatte das Gefühl, dass sie dich kannten. Na ja, meint er wieder, kann schon sein, früher, als ich noch gesurft habe, da kannten mich viele vom Strand, aber ehrlich, man kann ja nun wirklich nicht jeden kennen, der einen kennt, oder? Also erzähle ich ihm mit knappen Worten, dass Achraf aus Rabat stammt und Fouad aus einer kleineren Stadt oder einem Dorf, zwanzig Kilometer außerhalb, und was die beiden so machen.
Weil ich selbst niemanden kannte, nahm ich automatisch an, dass alle, mit denen sich Achraf und Fouad auf unserem Weg etwas länger unterhielten, Bekannte von ihnen gewesen wären. Als wir schließlich bei Hassan eingetroffen waren, war ich mir sicher gewesen, ein großes Freundestreffen mitzuerleben. In Wahrheit war es die normale Höflichkeit zwischen Fremden. So lächerlich klein diese Einsicht auch sein mag, für mich ist sie in diesem Moment revolutionär. Weil sie so auffällig nett zueinander sind und ich andererseits kein Wort verstehe, habe ich mir eingebildet, dass die Leute, die man auf den Straßen miteinander reden und lachen sieht, alle irgendwie zusammenhängen müssten. Ein Irrtum, wie ich jetzt begreife.
Damit ändern auf einen Schlag unzählige Szenen, an die ich mich erinnern kann, ihren Sinn; und wird das, was ich überall gesehen habe, plötzlich um eine ganze Helligkeitsstufe klarer und deutlicher. Faszinierend. Ich sah vor lauter Unwissenheit über das Leben der Marokkaner nur gute Bekannte und alte Freunde auf Rabats Straßen. Das wäre wohl genau so, wie wenn ein Marokkaner durch eine deutsche Großstadt liefe und aufgrund des grimmigen Blicks und des oft barschen Umgangstons der Passanten davon ausgehen würde, dass alle ausdrücklich und über Generationen miteinander verfeindet wären.
Steffen Kopetzky

Steffen Kopetzky, geboren 1971, lebt in Pfaffenhofen a. d. Ilm. Im April erscheint von ihm »Marokko. Tagebuch einer Reise«. Kopetzky ist künstlerischer Leiter der Biennale Bonn 2006: Indien

©  DIE ZEIT 16.02.2006 Nr.8

Hierzu eine Äußerung aus Politikerkreisen:

"Der Deutsche ist freundlich, nur muss er sich´s auch anmerken lassen." Wirtschaftsminister Michael Gloss, CSU